"Alles Liebe, Martin Luther"

Aufführung am 8. Juni in Jennelt

Aufführung am 9. Juni in Uttum

„Musi-kall?“ Verwundert fragt Martin Luther, was das sei. Die Antwort erhält er umgehend: „Das ist ein Theaterstück mit Liedern.“ So etwas bräuchte er auch auf der Wartburg, entgegnet Martin Luther. Denn dort sitzt er fest nach seiner

Entführung im Anschluss an den Reichstag zu Worms. Und sich verstecken zu

müssen und nichts machen zu können, das nervt.

Das Reformationsmusical „Alles Liebe, Martin Luther“ von Miriam Küllmer-Vogt (Lieder) und Fabian Vogt (Texte) wurde am 8. Juni in der Grundschule Jennelt und am 9. Juni in der Evangelisch-reformierten Kirche Uttum mit großem Beifall aufgeführt. Es entführte seine Zuhörerinnen und Zuhörer in die Anfangszeit der Reformation.

Die Handlung ist rasant: Ein Lehrer probt mit seinen Schülerinnen und Schülern für die Aufführung des Musicals. In vier Tagen bereits ist Premiere. „Ich kann mit den Text einfach nicht merken“, sagt der Junge, der die Rolle des jungen Martin Luther spielen soll. Ich hab Angst. Ich schaff das nicht. Ich bin nicht gut genug. Und damit steht er nicht allein da. Angst ist das Stichwort für den Lehrer: Diese Angst, nicht gut genug zu sein, die kannte Martin Luther auch. Angst, den Menschen nicht zu genügen und vor allem Angst, vor Gott nicht bestehen zu können. Und diese Angst, die kann man aus eigener Kraft nicht überwinden.

Mitten im Stück dann erscheint dann auf einmal der „echte“ Martin Luther. Und die Kinder fragen ihn aus und er steht Rede und Antwort. Allein der Glaube mache den Menschen gerecht, so habe er nach zähem Ringen aus der Bibel gelernt, nicht das eigene Können und so oft auch Nicht - Können. Und das habe ihm Kraft gegeben, mit seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel seiner Zeit anzugehen. Auf dieser Grundlage habe er vor Kaiser und Kurie auf dem Reichstag in Worms bestehen können und es ertragen, dass man ihn für vogelfrei erklärte und er jetzt auf der Wartburg Unterschlupf suche. Dass ihm nun dort die Hände gebunden seien, dass sehen die Schülerinnen und Schüler der Musical-Probe ganz anders. „Hast du schon einmal darüber nachgedacht, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen, damit alle Menschen sie lesen und verstehen können?“ so fragen sie ihn. „Es muss ja nicht gleich die ganze Bibel sein. Fang doch mit dem Neuen Testament an.“ Immer mutiger sind im Verlauf des Stückes auch sie geworden. Und ganz und gar begeistert nimmt Martin Luther ihren Vorschlag auf: „Das ist es! Das ist meine Berufung!“ Und ebenso schnell und geheimnisvoll, wie er erschienen ist, entschwindet er wieder.

In Szene gesetzt wurde das Musical als Gemeinschaftswerk. Dafür wurde ein halbes Jahr lang eifrig in Jennelt und Uttum geprobt.

Die teils fetzigen, teils nachdenklichen Lieder wurden von Eric van Hoorn und Jutta Lerche-Schaudinn von der Musical-AG der Grundschule Jennelt mit sichtbarer Sangesfreude vorgetragen. Die mittelalterlichen Kostüme und Requisiten wurden von Gertrud Ackermann und Frieda Gudewer liebevoll von der Kreativ-AG erstellt. Die musikalische Begleitung lag in Händen der UFO‘s unter Leitung von Hans-Jürgen Tabel. Die Sprecherrollen nahmen die Uttumer Konfirmandinnen und Konfirmanden unter Anleitung von Pastor Hartmut Schaudinn wahr, der die Rolle des Lehrers wie auch des „echten“ Martin Luther spielte.

Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer wurden bei beiden Aufführungen mit einbezogen. Beim Gesang sowieso, doch ebenso hieß es, mit Mund und Händen und Füßen das Unwetter herbeiziehen zu lassen, das den jungen Martin Luther veranlasste, ins Kloster zu gehen. Nicht minder stimmten sie ein in den Ruf nach Freiheit, mit welchem die Menschenmenge Martin Luther auf dem Reichstag in Worms zujubelte, wohingegen andere ihn ausbuhten. „Wir singen ein Lied von der Freiheit“ - so ertönte dann der Jennelter Chor überzeugend.

Und so merkte eine der Zuhörerinnen an: „Das Musical hat für mich die Ereignisse der Reformation einmal richtig anschaulich werden lassen“. Angst lässt sich überwinden: durch Glaube und Vertrauen.

 

Die Mitwirkenden:

Konfirmandinnen und Konfirmanden der Kirchengemeinde Uttum:

Lina Braun, Lara Geiken, Onno Georgs, Tomma Hillebrand, Jana Klaassen, Johanna Klaassen, Marek Peters, Malte Reemtsma, Jannik Santjer, Niklas Santjer, Lea Valentin, Tjarde Weerda, Laura Woltmann

Leitung: Pastor Hartmut Schaudinn

 

Musical-AG der Grundschule Jennelt:

Tjarko Wielstra, Jule Meyer, Griet Boeters, Nick Kubach, Dieko Hillebrand, Jonas Lindena, Lene-Sophie Wittig, Renke Lindenau, Lian de Vries, Martha Klaassen, Kimberly Benker, Jessica Jungenkrüger, Finn Ziegler, Patricia Wilken, Sarah Oltmanns

Leitung: Eric van Hoorn und Jutta Lerche-Schaudinn

 

Kreativ-AG der Grundschule Jennelt:

Yannick Wübbena, Tomke Schink, Leefke Uilderks, Marvin Tschirner, Julian Macke, Fentje Hinderks, Immo Wagenaar, Miriam Hildebrandt

Anleitung: Gertrud Ackermann und Frieda Gudewer

 

„UFO’s“ – Folkloregruppe der LAK:

Gertrud Eden, Querflöte

Birgit Konow-Ringena, Gitarre

Reiner Lange, Gitarre

Jutta Lerche-Schaudinn, Krummhorn

Anneke Reijenga, Klavier

Gertrud Steffens, Akkordeon

Leitung: Hans-Jürgen Tabel

Musical-Probe am 11. Mai
Musical-Probe am 11. Mai

Musical Generalprobe  am 1. Juni 2017

 

Hier sind die Liedtexte:

 

1. Lied: Martin Luther

 1. Es ist nicht zu fassen: Er hämmert vergnügt.

Und wagt zu behaupten: „Die Kirche, die lügt,

 wenn sie Gottes Kinder mit Bösem bedroht:

 Mit Höllenstrafen und Tod.“

 

 2. Es ist nicht zu fassen, was der sich hier denkt:

 Dass Gott uns den Himmel mal eben so schenkt,

 wenn wir an Gott glauben, ihm blindlings vertrau`n,

 anstatt auf uns selber zu bau`n.

 

 Er will alles ändern, er macht alles neu.

 Eine Reformation! Mensch, wie ich mich freu!

 Das ist Martin Luther. Und ich sag dir mein Kind:

 Ab jetzt weht hier ein ganz frischer Wind.

 

 3. Es ist nicht zu fassen, was Luther riskiert.

 Wenn der mal dabei nicht sein Leben verliert.

 Er will eine Kirche, die keinen bedrängt,

 in der Liebe, die Ketten sprengt.

 

 

 2. Lied: Nie genug

Ich hab Angst, ich schaff das nicht,

 Angst, dass meine Welt zerbricht,

 Angst vorm Schachmatt bei jedem Zug.

 Bin ich, bin ich für das Leben wirklich gut genug?

 

 1. Immer sind sie da, die Zweifel, die mich quälen und bedroh`n:

 Was, wenn ich nicht gut genug bin? Ja, bisweilen frag`ich schon:

 Kann mich wirklich jemand lieben, wenn ich bin so klein und schwach?

 Und dann grüble ich oft stundenlang im Bett und liege wach.

 

 2. Immer sind diese Stimmen, die mir sagen: „Du bist schlecht!

 Du bleibst ewig ein Verlierer, hey, und das geschieht dir recht.“

 Doch wenn ich nicht an mich glaube, macht doch alles keinen Sinn.

 Wir kann ich dann jemals hoffen, dass mich Gott liebt, wie ich bin?

 

 

 3. Lied: Allein aus Glauben 

1. Moment mal. Ist das möglich? Läuft da grad was schief?

 Nein, es stimmt wahrhaftig, hier im Römerbrief

 finde ich die Worte für mich armen Tropf.

 Und die stellen einfach alles auf den Kopf.

 

 Hab`ich das jetzt nur geträumt, oder steht da echt:

 Ganz allein aus Glauben wird der Mensch gerecht.

 Das heißt doch: Gott liebt mich - ganz gleich was ich tu.

 Er deckt all meine Sorgen mit seiner Liebe zu.

 

 2. Auf einmal die Erlösung, der Schlüssel zum Verlies.

 Wenn das stimmt, dann bin ich schon im Paradies.

 Und all meine Ängste werf`ich sofort weg.

 Fange an zu feiern und sing`laut und keck: (Refrain)

 

 Glaube allein, Gnade allein, Christus allein, die Bibel allein,

 Glaube, Gnade, Christus, Bibel

 

 4. Lied: Die Seele aus dem Feuer springt

Wenn das Geld im Kasten klingt,

 die Seele aus dem Feuer springt.

 Wenn das Geld im Kasten klingt,

 die Seele aus dem Feuer springt.

 

 1. Auf euch warten Höllenqualen, weil ihr alle böse seid.

 Macht euch darum nach dem Sterben für die schlimme Zeit bereit.

 Ja, für jede eurer Sünden droht euch Schmerz und große Pein,

 endlos langes schlimmes Leiden, aber Halt! Das muss nicht sein.

 Gebt mir euer Geld, so kauft ihr euch frei. Und die Schuld ist einerlei.

 

 2. Selbst die übelsten der Taten macht ein Goldstück ungescheh`n.

 Dafür kriegt ihr so `nen Zettel, ist der nicht schön anzuseh`n?

 Ja, der Papst nimmt eure Münzen, baut damit den Petersdom.

 Drum ist so ein Anlasszettel wie `ne Pigerfahrt nach Rom.

 Gebt mir euer Geld, so kauft ihr euch frei. Und die Schuld ist einerlei.

 

  5. Lied: Lied von der Freiheit

 Ich singe ein Lied von der Freiheit, die Gott mir jeden Tag schenkt.

 Weil mein Glück an seiner Liebe und nicht an dem hängt,

was ein anderer denkt.

 

 1. Ständig sagt jemand, ich wäre verkehrt.

 Manchmal, da fühl`ich mich wie eingesperrt.

 Lass sie doch reden, da ist nicht dabei.

 Gott macht mich unendlich frei.

 

 2. Ich spreng`die Ketten der Sorgen und dann

 fang`ich vor Freude gleich zu tanzen an.

 Lass sie doch staunen. Da ist nichts dabei.

 Gott macht mich unendlich frei.

 

 3. Gott macht mich frei und zum Guten bereit,

 andern zu dienen als Knecht jederzeit.

 Lass sie  sich wundern. Da ist nicht dabei.

 Gott macht mich unendlich frei.

 

 6. Lied: Junker Jörg

 1. Man darf ihn nicht erkennen, drum braucht er einen Bart.

 Statt Kutte eine Jacke, `nen Degen ganz apart.

 Er soll auch dicker werden, die Haare wild und lang.

 Dazu am besten einen besonders müden Gang.

 Ihr denkt vielleicht, dass ich jetzt grade flunker:

 Doch schaut ihn euch mal an, den Junker

 Jörg. Den Junker Jörg. Den Junker Jörg. Den Junker Jörg.

 

 2. Das ist der Martin Luther, was keiner wissen soll.

 Denn jeder darf ihn töten, das ist wohl nicht so toll.

 D´rum woll`n wir ihn verstecken im schönen Einenach.

 Auf unsrer alten Wartburg, ganz oben unterm Dach.

 Dann kriegt er an die Mütze einen Klunker:

 Hey, schaut ihn euch mal an, den Junker

 Jörg. Den Junker Jörg. Den Junker Jörg. Den Junker Jörg.

 

 3. Der feine Herr ist wütend, und manchmal flucht er schon:

 „Was soll ich auf der Wartburg? Ich will Reformation.

 Was kann ich hier denn machen? Die Zeit wird mir zu lang.

 Ich sitz da und gähne bei jedem Glockenklang.

 Und manchmal fühl`ich mich wie in `nem Bunker.“

 Da, schaut ihn euch mal an, den Junker

 Jörg. Den Junker Jörg. Den Junker Jörg. Den Junker Jörg.

 

 7. Lied: Hier stehe ich

 1. Ihr hättet gerne, dass ich meine Meinung änd´re,

 doch mein Gewissen ist gänzlich rein.

 Drum halt ich fest an dem, was ich gesagt hab`,

 Fühl ich mich auch manchmal ganz schön allein.

 

 Hier stehe ich, ich kann nicht anders.

 Hier stehe ich, ich bleibe standhaft.

 Gott steh mir bei!

 Alles andere ist mir einerlei.

 

 2. Ihr dürft mich gern mit Argumenten überzeugen.

 Wenn ich mich irre, geb`ich`s auch zu.

 Doch wenn`s die Wahrheit ist, dann soll die Welt sie hören.

 Und die Wahrheit zu leugnen ist tabu.

 

 3. Ihr hättet gerne, dass ich meine Meinung änd`re.

 Doch mein Gewissen ist gänzlich rein.

 Drum halt ich fest an dem, was ich gesagt hab`,

 und ahne schon, ich bin damit nicht ganz allein. 

 

8. Lied: Wenn Gott für mich ist

 Wenn Gott für mich ist, wer könnte gegen mich sein?

 Wenn Gott bei mir ist, dann bin ich nie allein.

 La la lei, la la lei, la la la lei, la la lei.

 Wenn Gott für mich ist, wer könnte gegen mich sein?

 

 1. Ich sprühe voll von Hoffnung im Großen und im Ganzen

 wenn morgen die Welt unterginge,

 würd` ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. 

 

2. Ich bebe voll von Liebe, hab`Freude viel im Ranzen

 wenn morgen die Welt unterginge,

 würd`ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

 

3. Ich lebe ganz aus Glauben, da kann ich doch nur tanzen,

 wenn morgen die Welt unterginge,

 würd` ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

 

 Wenn Gott für mich ist, wer könnte gegen mich sein?

 Wenn Gott bei mir ist, dann bin ich nie allein.

 La la lei, la la lei, la la la lei, la la lei.

 Wenn Gott für mich ist, wer könnte gegen mich sein?

 

3. Ich lebe ganz aus Glauben, da kann ich doch nur tanzen,

 wenn morgen die Welt unterginge,

 würd`ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

 

 Wenn Gott für mich ist, wer könnte gegen mich sein?

 Wenn Gott bei mir ist, dann bin ich nie allein.

 La la lei, la la lei, la la la lei, la la lei.

 Weil Gott für mich ist, werde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

 

9. Lied: Ein feste Burg

 1. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
  
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
   Der alt böse Feind mit Ernst er`s jetzt meint,
   groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
   auf Erd ist nicht seinsgleichen.

 

2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren.
    Es streit' für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
    Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
    der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott,

 das Feld muss er behalten.

 

 Glaube allein, Gnade allein, Christus allein, die Bibel allein,

Glaube, Gnade, Christus, Bibel

 

Hab`ich das jetzt nur geträumt, oder steht da echt:

 Ganz allein aus Glauben wird der Mensch gerecht.

 Das heißt doch: Gott liebt mich - ganz gleich was ich tu.

 Er deckt all meine Sorgen mit seiner Liebe zu.