Gebrauch von "Smartwatches" in der Schule

Seit einiger Zeit verdrängen sog. Smartwatches immer mehr die klassische Armbanduhr. Während zu Beginn dieser Entwicklung Erwachsene diese Uhren nutzten, um über ein Smartphone mit dem Internet verbunden zu sein oder um Fitnessdaten zu erheben und zu speichern, sind nunmehr auch eine Vielzahl speziell für Kinder und Jugendliche entwickelte Modelle auf den Markt gekommen. Solche Smartwatches für Kinder verfügen teilweise über Funktionen, die im Schulalltag zu Konflikten und datenschutzrechtlichen Problemen führen können. Neben einer satellitengestützten Ortungsfunktion enthalten manche Modelle versteckte Mikrofone, die es ermöglichen sämtliche Geräusche in der Umgebung der Smartwatch, insbesondere Gespräche, aufzeichnen. Die Aufnahmen können entweder direkt auf der Smartwatch gespeichert werden oder durch Nutzung einer eingebauten Mobilfunkkarte direkt an ein Handy der Erziehungsberechtigten übertragen werden. Es liegt auf der Hand, dass heimliche Aufnahmen des im Unterricht und in den Pausen gesprochenen Wortes rechtswidrig und daher nicht akzeptabel sind. Die Schule muss das Kollegium und die anderen Schülerinnen und Schüler vor solchen heimlichen Aufnahmen schützen. Eine Entscheidung der Bundesnetzagentur unterstützt die Schulen beim Vorgehen gegen heimliche Aufnahmen durch Smartwatches. Am 17.11.2017 hat die Bundesnetzagentur den Verkauf derartiger Uhren verboten, weil es sich dabei um verbotene Abhörgeräte handelt. Personen, die solche Uhren bereits erworben haben, werden durch die Bundesnetzagentur aufgefordert, diese zu vernichten und einen Vernichtungsnachweis dazu aufzubewahren.

Weitere Informationen dazu sind auf der Homepage der Bundesnetzagentur abrufbar: https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/17112017_Verbraucherschutz.html

Sofern eine Lehrkraft feststellen, dass eine Schülerin oder ein Schüler eine Smartwatch mit Abhörfunktion trägt, wird die Schülerin oder der Schüler aufgefordert, diese abzunehmen und ihr auszuhändigen. Die Lehrerin oder der Lehrer sollte dann die Smartwatch ausschalten und am Ende des Schulalltages der Schülerin oder dem Schüler die Uhr zurückzugeben.

Den Erziehungsberechtigten wird grundsätzlich untersagt, solche Uhren ihren Kindern mit in die Schule zu geben. Eltern, die sichergehen wollen, sich nicht strafbar zu machen, sollen die Uhr vernichten und einen Nachweis über die Vernichtung aufbewahren. Dazu müssen sie das Gerät beispielsweise zu einem Recyclinghof bringen und sich von dem bestätigen lassen, dass sie es dort abgegeben haben. Im Zweifel genüge aber auch ein Foto, das die Zerstörung dokumentiere.

Die Bundesnetzagentur hatte bereits Puppen verboten, die heimlich Video- und Tonaufnahmen machen können. Damals war angekündigt worden, interaktives Spielzeug stärker zu prüfen, als auch auf die Entscheidung der Bundesnetzagentur und die Pflicht zur Vernichtung dieser Uhren hingewiesen wird.